Gunter Sachs: Entrepreneur, Industriellenerbe, Fotograf, Kunstsammler. Biografie und Profil
Gunter Sachs (14. November 1932 – 7. Mai 2011) war ein deutsch-schweizerischer Entrepreneur, Industriellenerbe, Fotograf und Kunstsammler, der als Inbegriff des „Playboys“ der Nachkriegszeit weltberühmt wurde. Er wurde 78 Jahre alt. Sein Name wird im Internet häufig auch Günter Sachs oder Günther Sachs geschrieben.
In der Nachkriegsära wandelte sich die Porträtfotografie hin zu dynamischen Momentaufnahmen.
Gunter Sachs
Entrepreneur und Kunstsammler
Sein Wirken als Sammler war eine Form der aktiven Kulturgestaltung.
Gunter Sachs Fotografie
Ein seltenes Portrait
Gunter Sachs war ein Kenner, dessen Sammlerinteresse von Pop-Art bis hin zu sakraler Kunst reichte.
Leidenschaftlicher Kunstsammler
Persönlichkeit und Passion
Gunter Sachs kurz beantwortet
Wie alt wurde Gunter Sachs?
Gunter Sachs wurde 78 Jahre alt. Er wurde am 14. November 1932 in Mainberg bei Schweinfurt geboren und starb am 7. Mai 2011 in Gstaad.
Woran starb Gunter Sachs?
Gunter Sachs nahm sich am 7. Mai 2011 in seinem Chalet in Gstaad das Leben. Er litt an Alzheimer-Demenz; in seinem Abschiedsbrief bezeichnete er sie als „hoffnungslose Krankheit A“.
Wie oft war Gunter Sachs verheiratet?
Gunter Sachs war dreimal verheiratet: mit Anne-Marie Faure (†1958), mit Brigitte Bardot (1966–1969) und mit Mirja Larsson (1969–2011).
Wie viele Kinder hatte Gunter Sachs?
Gunter Sachs hatte drei Söhne: Rolf Sachs (aus der ersten Ehe) sowie Christian und Halifax Sachs (aus der Ehe mit Mirja Larsson).
Wie reich war Gunter Sachs?
Gunter Sachs erbte Anteile an der Fichtel & Sachs AG und stammte mütterlicherseits aus der Opel-Familie. Sein geschätztes Nettovermögen belief sich auf mehrere hundert Millionen Schweizer Franken.
Wer war Gunter Sachs?
Gunter Sachs (14. November 1932 - 7. Mai 2011) war weit mehr als das Klischee des Playboys, das die Boulevardpresse seiner Zeit prägte. Der Industriellenerbe, Sohn von Fichtel-&-Sachs-Patriarch Willy Sachs und Urenkel des Opel-Gründers Adam Opel (über seinen Großvater Wilhelm von Opel), war Bobfahrer, ernsthafter Kunstsammler, Astrologe, Dokumentarfilmer, Ehemann von Brigitte Bardot, Entrepreneur und vor allem: ein Fotograf mit eigenem Blick.
Dass Gunter Sachs zur Kamera fand, verdankt er einer Begegnung mit klarer Ausgangslage: Im Jahr 1963 besuchte Peter Bock-Schroeder Sachs in Paris, Avenue Foch 120, um ihn für das Magazin Quick in der Reportage-Serie „Die Junggesellen" zu porträtieren. Weitere Begegnungen folgten in Südfrankreich. Aus diesen Foto-Sessions entstand eine Lehrbeziehung, und am Ende stand eine Leica-Kamera als Abschiedsgeschenk: der Beginn einer lebenslangen fotografischen Leidenschaft.
Die Aufnahmen sind heute als seltene Zeitdokumente begehrt. Wenn Sie ein Gunter Sachs Foto von Peter Bock-Schroeder kaufen möchten, stehen verschiedene Formate zur Auswahl.
Gunter Sachs als Fotograf: Die Leica und Peter Bock-Schroeder
Peter Bock-Schroeder (1913–2001) gilt als einer der bedeutendsten humanistischen Fotojournalisten Deutschlands. Im Jahr 1963 besuchte er Gunter Sachs in Paris, Avenue Foch 120, um ihn für das Magazin Quick in der Reportage-Serie „Die Junggesellen" zu porträtieren. Weitere Begegnungen folgten in Südfrankreich. Während dieser Foto-Sessions bat Sachs Bock-Schroeder, ihm Fotografie beizubringen, aus dem Auftragsverhältnis wurde eine Lehrbeziehung.
Als Abschiedsgeschenk überreichte Bock-Schroeder dem jungen Sachs eine seiner Leica-Kameras, und eröffnete ihm damit einen neuen Blick auf die Welt. Was auf den ersten Blick wie eine nette Anekdote wirkt, hat erhebliche kunsthistorische Bedeutung: Der Mann, der Sachs zur Fotografie führte war, unter anderem, der erste westdeutsche Fotograf der nach dem Zweiten Weltkrieg Zugang zur Sowjetunion erhalten hatte.
„Ein Photo muss eine Geschichte erzählen" - Peter Bock-Schroeder
Sachs nahm diese Haltung an. Er verstand die Kamera nicht als Accessoire des Reichen, sondern als Werkzeug der Beobachtung. Ab 1972 begann er mit professionellen Aufträgen für Vogue France, darunter eines der ersten Nacktfotos in der Geschichte des Magazins (1973).
Internationale Anerkennung und der Leica Award
1974 wurde Gunter Sachs' Fotografie auf der Photokina in einer Sonderausstellung präsentiert, er gestaltete auch das offizielle Messeplakat. Im selben Jahr erschien sein erstes Fotobuch: Mädchen in meinen Augen. Nur zwei Jahre später erhielt er den Leica Award 1976, die höchste Auszeichnung der Marke, der er seine Karriere verdankte. Die symbolische Schleife, Leica-Kamera als Geschenk 1963, Leica Award 1976, ist ein bemerkenswerter Bogen in der Geschichte der deutschen Fotografie.
1982 folgte sein zweites Fotobuch: Mirror Images. 1991 arbeitete er mit Claudia Schiffer in einer Warhol-inspirierten Popserie ("Heroines") zusammen, und in den Jahren 1994 und 1995 gewann er Preise bei den Deutschen Fototagen sowie der Photokina für seine Farbserien Die Farbe Weiß und Die Farbe Rot.
Sachs war einer der ersten Künstler, der digitale Bildkompositionen in die Fotokunst integrierte, ein Pionier, dessen technisches Gespür oft hinter seiner Playboy-Reputation verschwand.
Biografie-Timeline: Gunter Sachs in Schlüsseldaten
Gunter Sachs im Kunstmarkt: Provenienz & symbolisches Kapital
Fotografische Werke von Gunter Sachs sind für Sammler vor allem wegen ihrer Provenienz interessant. Als Träger des Leica Awards, als Vogue France, Fotograf und als Erstbesitzer einer Leica-Kamera von Peter Bock-Schroeder, einem der bedeutendsten westdeutschen Fotojournalisten des 20. Jahrhunderts, verfügen seine Werke über eine gut dokumentierte Herkunft.
Marktrelevanz: Zentrale Faktoren
- Celebrity-Fotografie: Sachs ist sowohl Motiv als auch Urheber hochwertiger Fotokunst, eine seltene Kombination im Segment der Celebrity Fine Art Photography.
- Schweiz & Österreich: Als Gstaad-Resident und Schweizer Staatsbürger ist Sachs im DACH-Raum besonders bekannt.
- Leica-Verbindung: Die dokumentierte Verbindung Sachs–Bock-Schroeder–Leica ist eine Herkunftserzählung, die für Sammler von Interesse sein kann.
- Provenienz: Originalabzüge mit nachweisbarer Herkunft (z. B. über Auktionskataloge oder artnet.de) sind für Sammler ein zentrales Kriterium. Konkrete Preise hängen vom Einzelwerk ab.
Redaktionelle Einschätzung, keine Anlageberatung. Preise ermitteln Auktionshäuser und Gutachter.
Sachs als Kunstsammler: Die andere Seite
Neben seiner Tätigkeit als Fotograf war Gunter Sachs ein bekannter Kunstsammler. Sein Interesse reichte von der Moderne bis zur Pop-Art, und er pflegte Kontakt zu Andy Warhol.
Das symbolische Kapital, das er als Sammler akkumulierte, wirkte dabei auf seine eigenen Fotografien zurück: Wer Warhol sammelt, wird anders wahrgenommen als ein reicher Hobbyknipser. Sachs nutzte die Sprache des Kunstmarkts, und sprach sie fließend.
Ausgewählte Werke & Ankäufe der Sammlung Sachs
- 1960erSalvador Dalí
- Mehrere Gemälde und grafische Arbeiten aus dem surrealistischen Spätwerk. Dalí und Sachs verband eine persönliche Freundschaft, beide verkehrten im selben Jetset-Zirkel zwischen Paris, Gstaad und Saint-Tropez.
- 1960erPablo Picasso
- Druckgrafiken und Zeichnungen aus Picassos Spätphase. Sachs erwarb die Werke direkt über Pariser Galerien und pflegte Kontakt zum Künstlerumfeld der Côte d'Azur.
- 1972Andy Warhol
- Sachs organisierte die erste Warhol-Einzelausstellung in der Bundesrepublik Deutschland. Er erwarb mehrere Siebdrucke aus der Marilyn, und Mao-Serie sowie Unikate, die Warhol speziell für Sachs fertigte. Die Verbindung war nicht nur kommerziell, Andy Warhol porträtierte Sachs in seiner typischen Pop-Art-Ästhetik.
- 1970erJean-Michel Basquiat
- Frühe großformatige Arbeiten aus Basquiats New Yorker Phase. Sachs gehörte zu den wenigen europäischen Sammlern, die Basquiat vor seinem internationalen Durchbruch ankauften — ein Indiz für seinen Instinkt als Sammler jenseits des Mainstreams.
- 1970erRoy Lichtenstein
- Pop-Art-Werke aus Lichtensteins Hochphase, thematisch passend zu Sachs' eigenem fotografischem Interesse an Frauen, Glamour und Popkultur. Die Lichtenstein-Ankäufe verstärkten den kohärenten Pop-Art-Schwerpunkt der Sammlung.
- 1980erKeith Haring
- Großformatige Leinwände und Editionen aus Harings aktivistischer Hochphase. Sachs traf Haring über das Warhol-Umfeld und erwarb Werke, bevor Harings Marktpreise die breite Sammlerschaft erreichten.
- 1991Claudia Schiffer — „Heroines"
- Sachs' eigene fotografische Werkserie in Warhol-Ästhetik, entstanden in Zusammenarbeit mit Claudia Schiffer. Die Serie markiert den Übergang von der Sammlerrolle zur eigenständigen künstlerischen Position, und ist heute selbst Sammlerobjekt.
Gunter Sachs: FAQ
Die meistgesuchten Fragen zu Gunter Sachs, präzise beantwortet.
Hilfe bei Suizidgedanken: Wenn Sie selbst an Suizid denken oder sich um einen Menschen sorgen, sprechen Sie mit jemandem. Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar: Deutschland 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (auch 116 123), Österreich 142, Schweiz 143 (Die Dargebotene Hand). In akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
Der Mann hinter der Leica
Peter Bock-Schroeder lehrte Sachs mehr als Technik, er vermittelte ihm eine Haltung. Das Archiv bewahrt dieses Erbe.
Archiv Bock-Schroeder