Franz Josef Strauß

Ministerpräsident, Stratege und unbequeme Stimme der Demokratie. Franz Josef Strauß prägte Bayern und die Bundesrepublik wie kein zweiter Politiker seiner Generation, als Verteidigungsminister, als CSU-Vorsitzender und als Bayern-Löwe mit weltpolitischem Anspruch.

Porträtaufnahme von Franz Josef Strauß in München. Der bayerische Ministerpräsident trägt eine markante Brille, einen dunklen Anzug und eine gestreifte Krawatte vor dem Hintergrund einer Strassenbahn.

Während seiner Amtszeit als bayerischer Ministerpräsident wurde Strauß zum Inbegriff des „Landesvaters“, dessen öffentliches Auftreten stets eine Mischung aus staatsmännischer Autorität und volksnaher Präsenz vermittelte.

Franz Josef Strauß

Authentische Momentaufnahme

Historische Aufnahme von Ingeborg Bock-Schroeder: Franz Josef Strauß empfängt Papst Johannes Paul II. bei dessen Besuch am Flughafen München, 1987

Franz Josef Strauß empfängt Papst Johannes Paul II. bei dessen Ankunft. Während der bayerische Ministerpräsident in diplomatischer Haltung den Gast begrüßt, unterstreicht die weiße Soutane des Pontifex seine zentrale Rolle als religiöses Oberhaupt.

Bayern und der Vatikan

Papstbesuch in München

Franz Josef Strauß trinkt aus einem Sektglas vor einem Flugzeug, Schwarz-Weiß-Fotografie von Ingeborg Bock-Schroeder.

Das Archiv von Ingeborg Bock-Schroeder bietet einen tiefen Einblick in die Ära der Bonner Republik. Die Aufnahme zeigt, wie die Fotografin das öffentliche Bild von Franz Josef Strauß durch Momente der Nahbarkeit und Authentizität mitgeprägt hat.

Strauß auf Reisen

Reportage-Aufnahme

Franz Josef Strauß: Der Bayern-Löwe und seine Epoche

Geboren
6. September 1915, München
Gestorben
3. Oktober 1988, Regensburg
Partei
CSU (1946–1988)
Höchstes Amt
Ministerpräsident Bayern

Kaum ein Politiker der Bundesrepublik polarisierte so sehr wie Franz Josef Strauß. Für seine Anhänger war er der „Bayern-Löwe", ein weltgewandter Staatsmann, der Bayern vom Agrarland zur Hightech-Nation formte. Für seine Kritiker war er der unbeugsame Konservative, dem 1962 die Spiegel-Affäre zum Verhängnis wurde. Die Wahrheit liegt, wie so oft, in beiden Bildern zugleich.

Strauß wurde am 6. September 1915 in München-Schwabing geboren, als Sohn eines Metzgermeisters. Sein Vater legte Wert auf Bildung: Nach dem Abitur 1935 am Maximilians-Gymnasium München studierte Strauß klassische Philologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität, ein intellektuelles Fundament, das seine spätere Rhetorik prägen sollte.

„Wer Bayern kennt, der weiß, dass Bayern keine Provinz ist." — Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß im Zweiten Weltkrieg

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde Strauß zur Wehrmacht eingezogen. Er diente als Oberleutnant der Flakartillerie an der West- und Ostfront. An der Ostfront erlitt er schwere Erfrierungen, die ihn zeitweise ins Lazarett zwangen. Zuletzt war er als Ausbildungsoffizier an der Flakartillerieschule Altenstadt bei Schongau eingesetzt.

Militärische Laufbahn 1939–1945

  • 1939: Einberufung zur Wehrmacht, Flakartillerie
  • 1940: Westfront, Frankreich-Feldzug
  • 1941–42: Ostfront, schwere Erfrierungen
  • 1943–45: Ausbildungsoffizier, Flakartillerieschule Altenstadt
  • 1945: Entnazifizierungsverfahren: politisch unbelastet
  • 1945: Politischer Neustart in Schongau als CSU-Mitbegründer

Nach Kriegsende 1945 wurde Strauß im Entnazifizierungsverfahren als politisch unbelastet eingestuft. Bereits im Herbst 1945 begann er seinen politischen Aufstieg als einer der Gründer des CSU-Kreisverbands in Schongau, mit 30 Jahren einer der jüngsten Politiker seiner Generation.

Vom Schongauer Lokalpolitiker zum Bundesminister

Strauß' Aufstieg war atemberaubend. Bereits 1948 wurde er CSU-Generalsekretär und 1949, mit nur 34 Jahren, Mitglied des Deutschen Bundestags. Er etablierte sich schnell als einer der schärfsten Debattenredner im Parlament und als überzeugter Atlantiker mit einem ausgeprägten Sinn für geopolitische Machtpolitik.

1945
CSU-Mitbegründer in Schongau
Nach Kriegsende und Entnazifizierung gründete Strauß den CSU-Kreisverband Schongau mit und begann seine politische Karriere auf kommunaler Ebene.
1948
CSU-Generalsekretär
Wahl zum CSU-Generalsekretär, mit 33 Jahren. Strauß modernisierte die Parteistruktur und schuf die organisatorische Basis für Jahrzehnte CSU-Dominanz in Bayern.
1949
Mitglied des Deutschen Bundestags
Einzug in den ersten Deutschen Bundestag. Strauß profilierte sich sofort als leidenschaftlicher Redner, Atlantiker und entschiedener Gegner der Wiederbewaffnungskritiker.
1953
Bundesminister ohne Geschäftsbereich
Eintritt in das Kabinett Adenauer II als Bundesminister ohne Geschäftsbereich, Beginn der Ministerkarriere auf Bundesebene.
1956–1962
Bundesverteidigungsminister
Als Verteidigungsminister baute Strauß die Bundeswehr auf, trieb die NATO-Integration voran und setzte sich für eine eigenständige europäische Nuklearpolitik ein. Eine der prägendsten Amtszeiten der frühen Bundesrepublik, und die umstrittenste.
1961
CSU-Vorsitzender
Wahl zum CSU-Vorsitzenden. Dieses Amt hielt er bis zu seinem Tod 1988, 27 Jahre ohne Unterbrechung. Er formte die CSU zur dauerhaft dominanten Volkspartei Bayerns.
Oktober 1962
Spiegel-Affäre & Rücktritt
Der politische Tiefpunkt: Strauß veranlasste die Verhaftung von Spiegel-Chefredakteur Rudolf Augstein wegen angeblichem Landesverrat. Der Skandal erschütterte die Bundesrepublik. Strauß trat als Verteidigungsminister zurück, aber nicht aus der Politik.
1966–1969
Bundesfinanzminister (Große Koalition)
In der Großen Koalition unter Kurt Georg Kiesinger fungierte Strauß als Bundesfinanzminister. Er bewältigte die erste Wirtschaftsrezession der Bundesrepublik und sanierte den Bundeshaushalt.
1975
China-Besuch, erste westdeutsche Staatsreise
Strauß besuchte als einer der ersten westdeutschen Spitzenpolitiker die Volksrepublik China und knüpfte wirtschaftliche und diplomatische Kontakte, ein außenpolitisches Signal mit Weitblick.
1980
Kanzlerkandidat der Union
Als CDU/CSU-Kanzlerkandidat trat Strauß gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt an. Er verlor die Bundestagswahl, kehrte aber als Ministerpräsident nach Bayern zurück und regierte dort mit absoluter CSU-Mehrheit.
1978–1988
Ministerpräsident des Freistaates Bayern
Zehn Jahre als bayerischer Ministerpräsident: Hochtechnologie-Initiative, Airbus-Engagement, Ausbau der Münchner Infrastruktur und Bayerns Aufstieg vom Agrarland zur führenden Wirtschaftsregion Deutschlands.
3. Oktober 1988
Tod in Regensburg
Franz Josef Strauß starb an Herzversagen in Regensburg, nachdem er am 1. Oktober bei einer Jagd einen Herzinfarkt erlitten hatte. Er wurde in Rott am Inn beigesetzt. Bayern trauerte. Der Staatsakt fand am 8. Oktober 1988 in der Münchner Residenz statt.

Die Spiegel-Affäre: Pressefreiheit und politischer Absturz

Im Oktober 1962 erschütterte die Spiegel-Affäre die junge Bundesrepublik in ihren Grundfesten. Der Spiegel hatte einen Artikel über die mangelnde Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr veröffentlicht. Franz Josef Strauß ließ daraufhin in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Chefredakteur Rudolf Augstein und weitere Mitarbeiter wegen des Vorwurfs des Landesverrats verhaften.

Chronologie der Spiegel-Affäre

  • 8. Oktober 1962: Spiegel veröffentlicht Artikel „Bedingt abwehrbereit"
  • 26./27. Oktober 1962: Durchsuchung der Spiegel-Redaktion, Verhaftung von Augstein
  • 7. November 1962: Strauß räumt im Bundestag ein, persönlich Verhaftungsbefehl erteilt zu haben
  • 19. November 1962: FDP-Minister treten aus Protest zurück — Regierungskrise
  • 30. November 1962: Strauß tritt als Verteidigungsminister zurück
  • 1965: BGH-Urteil: Kein Landesverrat durch den Spiegel
  • Heute: Gilt als Meilenstein für die Pressefreiheit in der BRD

Die Affäre gilt bis heute als einer der wichtigsten Präzedenzfälle für Pressefreiheit und die Grenzen staatlicher Macht in der Bundesrepublik. Für Strauß war sie ein schwerer persönlicher Rückschlag, doch nicht das Ende seiner Karriere. Er kehrte zurück und regierte schließlich Bayern ein Jahrzehnt lang mit absoluter Mehrheit.

„Die Spiegel-Affäre war die größte Niederlage meines politischen Lebens. Aber auch der Beginn meines Wiederaufstiegs." — Franz Josef Strauß, sinngemäß aus Interviews

Bayerns Aufstieg unter Franz Josef Strauß: 1978–1988

Als Strauß am 6. November 1978 das Amt des Ministerpräsidenten übernahm, war Bayern zwar wohlhabend, aber noch kein Hightech-Zentrum. In den folgenden zehn Jahren sollte sich das grundlegend ändern.

Amtsbeginn
6. November 1978
Amtsende
3. Oktober 1988
Kanzlerkandidat
1980 (Union)
Nachfolger MP
Max Streibl (CSU)

Strauß trieb die Hochtechnologie-Initiative voran, warb aktiv um internationale Unternehmen, engagierte sich für das Airbus-Projekt und baute die Infrastruktur Münchens und Bayerns systematisch aus. Unter seiner Ägide entwickelte sich der Münchner Raum zum wichtigsten Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschlands neben dem Rhein-Main-Gebiet.

Bayerns Aufstieg unter FJS: Meilensteine

  • Hochtechnologie-Initiative: Gezielte Ansiedlung von Halbleiter- und Elektronikunternehmen in Bayern
  • Airbus-Engagement: Strauß setzte sich persönlich für Airbuswerk Finkenwerder und München ein
  • MAN-Standort: Sicherung des Schwerlasttransport-Industriestandorts Bayern
  • Infrastruktur: Erweiterung des Münchner Flughafens (Grundsteinlegung 1980)
  • Bayernkurier: Eigenes Parteiorgan als politisches Sprachrohr der CSU
  • Internationale Beziehungen: Direktkontakte zu USA, China, Israel als Quasi-Außenpolitiker Bayerns
  • Milliarden-Kredit DDR: 1983/84 vermittelte Strauß DDR-Kredite, ein politischer Paukenschlag

Die Familie Strauß und das politische Erbe

Franz Josef Strauß heiratete 1957 Marianne Zwicknagl (1925–1984). Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

Tochter Monika Hohlmeier (geb. 1962)
Politikerin, Mitglied des Europäischen Parlaments (CSU) seit 2004. Vormalige Bayerische Kultusministerin. Trägerin des politischen Erbes ihres Vaters auf europäischer Ebene.
Sohn Max Strauß (geb. 1960)
Unternehmer. Geriet in den 1990er Jahren im Zusammenhang mit der Parteispendenaffäre in das Blickfeld der Öffentlichkeit.
Sohn Franz Georg Strauß (geb. 1961)
Rechtsanwalt und ehemaliger CSU-Kommunalpolitiker in der Region Rosenheim. Hält das Familienerbe in der regionalen Politik lebendig.

Wer war der Nachfolger von Franz Josef Strauß?

Als Strauß am 3. Oktober 1988 starb, wurde Max Streibl (CSU) sein Nachfolger als Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Den CSU-Parteivorsitz übernahm im November 1988 Theo Waigel, der die Partei durch die Wiedervereinigung führte.

Nachfolger Ministerpräsident
Max Streibl (CSU), Oktober 1988
Nachfolger CSU-Vorsitz
Theo Waigel, November 1988
Beisetzung
Rott am Inn, Bayern
Staatsakt
8. Oktober 1988, Münchner Residenz

Todesursache und letzte Stunden von Franz Josef Strauß

Am 1. Oktober 1988 erlitt Franz Josef Strauß während einer Jagd in der Umgebung von Regensburg einen schweren Herzinfarkt, der von einem Schlaganfall begleitet wurde. Er wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Trotz intensivmedizinischer Versorgung verstarb Strauß am 3. Oktober 1988, dem Tag der späteren deutschen Einheit, an Herzversagen.

Bayern war in tiefer Trauer. Der Staatsakt am 8. Oktober 1988 in der Münchner Residenz zog Staatsmänner aus aller Welt an. Seine letzte Ruhestätte fand Franz Josef Strauß in Rott am Inn, Bayern.

„Mit Franz Josef Strauß verliert Bayern eine der stärksten Persönlichkeiten seiner Geschichte." — Trauerkundgebung Bayerischer Landtag, Oktober 1988

Die besten Zitate und Sprüche von Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß war einer der brillantesten und zugleich polarisierendsten Redner der deutschen Nachkriegsgeschichte. Besonders beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau zeigte er sein volles rhetorisches Spektrum: analytisch scharf, oft polemisch, immer prägnant.

Quelle „Wer Bayern kennt, der weiß, dass Bayern keine Provinz ist."
Aus Reden zur bayerischen Identität und Eigenstaatlichkeit. FJS kämpfte stets für bayerische Eigenständigkeit innerhalb der Bundesrepublik.
Bundesrat „Rechts von der CSU gibt es keine demokratisch legitimierte Partei."
Strauß' strategisches Credo: Die CSU müsse den gesamten konservativen Raum abdecken, um rechten Extremismus zu verhindern. Dieses Prinzip gilt als politisches Erbe.
Bundestag „Ein Volk, das nicht bereit ist, sich zu verteidigen, hat keine Zukunft."
Aus Verteidigungsdebatten im Bundestag, 1950er/60er Jahre. FJS als überzeugter Verfechter westdeutscher Wiederbewaffnung und NATO-Integration.
Allgemein „Ich habe nie einen politischen Fehler gemacht, für den ich mich nicht geirrt habe."
Selbstironie und politisches Selbstbewusstsein in einem, charakteristisch für FJS' öffentliche Persona.

Das Erbe von Franz Josef Strauß: Relevanz bis 2026

Mehr als 37 Jahre nach seinem Tod ist Franz Josef Strauß in Bayern allgegenwärtig. Der Franz Josef Strauß-Flughafen München trägt seinen Namen. Die Hanns-Seidel-Stiftung, politische Stiftung der CSU, bewahrt und verwaltet sein Erbe auf fjs.de. Sein strategisches Credo, die CSU als einzige konservative Kraft, die den gesamten rechten Raum abdeckt, prägt die bayerische Politik bis in die Gegenwart.

Institutionen & Ehrungen, die FJS' Namen tragen

  • Flughafen München: Offiziell „Flughafen München Franz Josef Strauß" (MUC)
  • Franz-Josef-Strauß-Allee: Straßenbenennung in mehreren bayerischen Städten
  • Hanns-Seidel-Stiftung (fjs.de): Bewahrt Archiv, Dokumente und Primärquellen
  • FJS-Preis der CSU: Parteiinterner Preis für besondere politische Leistungen
  • CSU-Politikprinzip: „Rechts von der CSU gibt es keine demokratisch legitimierte Partei", bis heute gültig
  • Airbus Group: FJS' Engagement gilt als Mitbegründung des deutschen Airbus-Standorts

Mit dem Aufkommen der AfD nach 2013 wird das Strauß'sche Credo zur rechten Flanke der Union regelmäßig diskutiert. FJS bleibt damit nicht nur historische Figur, sondern lebendiger Referenzpunkt der aktuellen deutschen Parteipolitik.

Häufig gestellte Fragen zu Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß starb am 3. Oktober 1988 in Regensburg an Herzversagen. Er hatte am 1. Oktober 1988 während einer Jagd in der Umgebung von Regensburg einen Herzinfarkt erlitten, der von einem Schlaganfall begleitet wurde. Der Staatsakt fand am 8. Oktober 1988 in der Münchner Residenz statt. Beigesetzt wurde er in Rott am Inn.

Nachfolger als Ministerpräsident Bayerns wurde Max Streibl (CSU) im Oktober 1988. Den CSU-Parteivorsitz übernahm im November 1988 Theo Waigel, der die Partei durch die Wiedervereinigung führte.

Die Spiegel-Affäre war ein politischer Skandal im Oktober 1962: Verteidigungsminister Strauß ließ Spiegel-Chefredakteur Rudolf Augstein wegen angeblichem Landesverrat verhaften, nach einem Artikel zur mangelnden Verteidigungsbereitschaft der Bundeswehr. Die Affäre führte zu Strauß' Rücktritt als Verteidigungsminister und gilt als Meilenstein für die Pressefreiheit in der Bundesrepublik.

Franz Josef Strauß diente als Oberleutnant der Flakartillerie (Wehrmacht) an West- und Ostfront (1939–1945). Er erlitt an der Ostfront schwere Erfrierungen. Zuletzt war er Ausbildungsoffizier in Altenstadt bei Schongau. Nach Kriegsende 1945 wurde er im Entnazifizierungsverfahren als politisch unbelastet eingestuft.

Monika Hohlmeier (geboren 1962), Tochter von Franz Josef Strauß, ist Politikerin und seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments für die CSU. Zuvor war sie Bayerische Kultusministerin (2001–2005). Sie gilt als Hauptträgerin des politischen Erbes ihres Vaters.

Franz Josef Strauß war vom 6. November 1978 bis zu seinem Tod am 3. Oktober 1988 Ministerpräsident des Freistaates Bayern, knapp zehn Jahre. Er regierte mit absoluter CSU-Mehrheit und gilt als einer der prägendsten Ministerpräsidenten in der Geschichte Bayerns.

Franz Josef Strauß war von 1956 bis 1962 Bundesminister für Verteidigung in der Bundesrepublik Deutschland. Er trieb die NATO-Integration der Bundeswehr voran und befürwortete eine europäische Nuklearoption. Sein Rücktritt erfolgte im November 1962 infolge der Spiegel-Affäre.

Das Vermächtnis von Franz Josef Strauß liegt in mehreren Dimensionen: dem wirtschaftlichen Aufstieg Bayerns zur führenden deutschen Hightech-Region, der Stabilisierung der CSU als Volkspartei, dem Flughafen München (benannt nach ihm), dem CSU-Strategieprinzip zur rechten Flanke und der Familie Strauß als aktiver politischer Kraft (Monika Hohlmeier). Sein Tod fiel symbolträchtig auf den 3. Oktober, den späteren Tag der Deutschen Einheit.

Alle politischen Ämter von Franz Josef Strauß

Zeitraum Amt / Funktion Kontext
1945–1948 Landrat Schongau, CSU-Kreisverband Politischer Neustart nach Entnazifizierung
1948–1952 CSU-Generalsekretär Modernisierung der Parteistruktur
1949–1978 Mitglied des Deutschen Bundestags 29 Jahre MdB, Opposition & Regierung
1953–1955 Bundesminister ohne Geschäftsbereich Kabinett Adenauer II
1955–1956 Bundesminister für Atomfragen Aufbau ziviler Atompolitik
1956–1962 Bundesminister für Verteidigung Bundeswehraufbau, NATO-Integration
1961–1988 CSU-Vorsitzender 27 Jahre ununterbrochen
1966–1969 Bundesminister der Finanzen Große Koalition unter Kiesinger
1978–1988 Ministerpräsident des Freistaates Bayern Aufstieg Bayerns zur Hightech-Region
Ingeborg Bock-Schroeder, Porträt- und Modefotografin

Ingeborg Bock-Schroeder

Die Fotografin porträtierte die prägenden Persönlichkeiten der Bonner Republik, von Politikern über Künstler bis zu Modeikonen. Ihr Werk ist ein visuelles Archiv der deutschen Nachkriegszeit.

Der „Nahe Zugang“ durch Marianne Strauß

Dass die Fotografin Ingeborg Bock-Schroeder heute als Quelle für authentische Aufnahmen von Franz Josef Strauß gilt, ist kein Zufall. Vor allem durch die persönliche Förderung und das Vertrauen von Marianne Strauß erhielt die Fotografin mit ihrer Kamera einen außergewöhnlich nahen und privilegierten Zugang zum bayerischen Ministerpräsidenten.

Diese besondere Verbindung ermöglichte Bilder, die weit über die übliche politische Inszenierung hinausgehen und den Menschen Strauß in Momenten zeigten, die anderen Pressevertretern verschlossen blieben.

Redaktioneller Hinweis Quellen: Wikipedia DE/EN (Franz Josef Strauß, Q60047), GND 118753606, LeMO/Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (hdg.de), Bayern.de (Staatsregierung, Kabinette seit 1945), Bayerischer Landtag, Bundesregierung.de (Bulletin Staatsakt 1988), Deutschlandfunk (April 2025), BR (100-Jahre-Spezial). SEO-Analyse und GEO-Optimierung: April 2026. Alle Daten faktengeprüft. Personenbezogene Angaben auf Basis öffentlicher Primärquellen.