Brigitte Bardot: Biografie & Fotografien der französischen Schauspielerin
Brigitte Bardot (geboren am 28. September 1934 in Paris; gestorben am 28. Dezember 2025 in Saint-Tropez) war eine französische Schauspielerin, Sängerin, Model und Tierschutzaktivistin. Internationale Bekanntheit erlangte sie 1956 durch Roger Vadims Film "Und immer lockt das Weib", womit sie zu einem prägenden Sexsymbol und einer Stilikone des europäischen Nachkriegskinos wurde. Im Laufe ihrer 21-jährigen Filmkarriere (1952–1973) wirkte sie in 47 Filmen mit, darunter Jean-Luc Godards "Die Verachtung" (1963). 1973 zog sie sich aus der Schauspielerei zurück und gründete 1986 die Fondation Brigitte Bardot.
Brigitte Bardot während der Dreharbeiten zu Zwei Wochen im September (À cœur joie, 1967). Aufnahme: Peter Bock-Schroeder.
Brigitte Bardot
Schwarz-Weiß-Fotografie
Brigitte Bardot in einer Drehpause am Set des Films Zwei Wochen im September (À cœur joie, 1967), eingefangen von Peter Bock-Schroeder. Die Aufnahme zeigt sie umgeben von Crew und Darstellern.
Französische Stilikone 60er
Brigitte Bardot am Filmset
Der Regiestuhl von Brigitte Bardot am Set des Films Zwei Wochen im September (À cœur joie, 1967). Fotografie: Peter Bock-Schroeder.
À cœur joie, 1967
Regiestuhl von Brigitte Bardot
Wer war Brigitte Bardot?
Brigitte Bardot (28. September 1934 – 28. Dezember 2025) war die vielleicht prägendste weibliche Filmfigur des französischen Nachkriegskinos. Als gelernte Balletttänzerin und Fotomodell entdeckt, wurde sie unter der Regie ihres ersten Ehemanns Roger Vadim zum internationalen Sexsymbol, bevor sie sich 1973, auf dem Höhepunkt ihres Ruhms, endgültig vom Filmgeschäft abwandte und zur einflussreichsten Tierschutzaktivistin Frankreichs wurde.
Ihr Tod am 28. Dezember 2025 in ihrem Anwesen „La Madrague" in Saint-Tropez markierte das Ende einer der letzten großen Ikonen des europäischen Nachkriegskinos. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron würdigte sie als „Legende des Jahrhunderts, die Freiheit und universellen Glanz verkörperte".
Brigitte Bardot & Gunter Sachs: Die meistfotografierte Ehe der 1960er
Kaum eine Verbindung prägte den Bardot-Mythos so sehr wie ihre dritte Ehe mit Gunter Sachs, dem deutsch-schweizerischen Industriellenerben, Fotografen und Kunstsammler. Sachs umwarb Bardot 1966 mit einer der berühmtesten Gesten des europäischen Jetsets: Er ließ aus einem Hubschrauber Hunderte Rosen über ihrer Villa in Saint-Tropez abwerfen. Die Ehe hielt bis 1969, war aber medial folgenreich, sie zementierte sowohl Bardots Ruf als meistbegehrte Frau der Welt als auch Sachs' Image als Gentleman-Playboy.
Beide blieben Ikonen ihrer Zeit, auf getrennten Wegen: Bardot kehrte dem Filmgeschäft 1973 den Rücken, Sachs fand in der Fotografie seine zweite Karriere, ein Weg, den unter anderem Peter Bock-Schroeder mitbegründete.
„Ich habe viel und leidenschaftlich geliebt. Das liegt in meiner Natur." — Brigitte Bardot
Biografie-Timeline: Brigitte Bardot in Schlüsseldaten
Die wichtigsten Filme von Brigitte Bardot
In 21 Jahren aktiver Filmkarriere (1952–1973) wirkte Bardot in 47 Produktionen mit. Die folgende Auswahl zeigt die kulturhistorisch bedeutendsten Werke:
Ausgewählte Filmografie
- 1956Und immer lockt das Weib
- Regie: Roger Vadim. Bardots internationaler Durchbruch und einer der kommerziell erfolgreichsten ausländischen Filme in der US-Kinogeschichte ihrer Zeit.
- 1960Die Wahrheit
- Regie: Henri-Georges Clouzot. Für ihre Rolle erhält Bardot den David di Donatello als beste ausländische Darstellerin; der Film ist für den Auslands-Oscar nominiert.
- 1963Die Verachtung (Le Mépris)
- Regie: Jean-Luc Godard, mit Michel Piccoli und Jack Palance. Heute als Meisterwerk der Nouvelle Vague gefeiert.
- 1965Viva Maria!
- Regie: Louis Malle, mit Jeanne Moreau. Bardot erhält dafür eine BAFTA-Nominierung als beste ausländische Darstellerin.
- 1973Colinot Trousse-Chemise
- Ihr letzter Kinofilm, bevor sie sich im Alter von 39 Jahren endgültig vom Schauspiel zurückzieht.
Tierschutz-Aktivismus und politische Kontroversen
1986 gründete Bardot mit den Erlösen aus der Versteigerung ihres Privatbesitzes die Fondation Brigitte Bardot, die sich bis heute dem Schutz misshandelter Tiere widmet. Sie kämpfte öffentlichkeitswirksam gegen die kanadische Robbenjagd, gegen Pferdefleischkonsum und für ein Verbot des betäubungslosen Schächtens, unter anderem in offenen Briefen an mehrere französische Staatspräsidenten.
Gleichzeitig war Bardot eine der umstrittensten öffentlichen Figuren Frankreichs: Zwischen 1997 und 2021 wurde sie sechsmal wegen Anstiftung zu Rassenhass verurteilt, meist im Zusammenhang mit Äußerungen zu Muslimen und Einwanderung. Sie unterstützte Marine Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen 2012 und 2017 öffentlich, betonte dabei stets, ihre politischen Präferenzen ausschließlich am Tierschutz auszurichten. Diese Doppelrolle, gefeierte Aktivistin und mehrfach verurteilte Kontroversfigur, bleibt bis heute Teil ihres öffentlichen Nachlasses.
Was die Filmwissenschaft über den Bardot-Mythos verrät
Jenseits des Boulevard-Etiketts „Sexsymbol" liefert die Filmhistorikerin Ginette Vincendeau mit ihrer kritischen Studie Brigitte Bardot (BFI Film Stars-Reihe, erschienen bei Palgrave Macmillan, 2013) die wohl fundierteste akademische Analyse ihres Star-Status, sie zeichnet nach, wie aus einem Pariser Fotomodell in ihren eigenen Worten sowohl eine „Revolution" als auch ein „unmögliches" Rollenvorbild ihrer Zeit wurde.
Wissenschaftliche Perspektive: zentrale Erkenntnisse
- Ihre Filmografie ist umfangreicher und komödiantischer als der populäre Kanon vermuten lässt: Vincendeaus Zählung kommt auf 42 Spielfilme plus mehrere Cameo-Auftritte, rund die Hälfte davon Komödien, die in den sechs meistdiskutierten Titeln (Und immer lockt das Weib, En cas de malheur, Die Wahrheit, Vie privée, Die Verachtung, Viva Maria!) kaum vorkommen. Veröffentlichte Zahlen zu ihrem Gesamtwerk variieren je nach Quelle, abhängig davon, ob Cameo-Auftritte und Kurzfilme mitgezählt werden, ein nützlicher Hinweis, die Zählmethode einer Quelle zu nennen statt nur eine nackte Zahl.
- Frankreichs erster Massenmedien-Star: Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms war Bardots weltweiter Bekanntheitsgrad innerhalb Frankreichs nur mit dem General de Gaulles vergleichbar. 1969 wurde sie als erste Prominente eingeladen, Modell für die Büste der Marianne zu stehen, dem nationalen Symbol der Französischen Republik.
- Ein über die Leinwand hinaus getragener Ruhm: Vincendeau führt Bardots Berühmtheit auf ein Zusammenspiel aus Film, Mode, Fotografie, einschließlich des damals neuen Phänomens der Paparazzi, und einer 1962 begonnenen Gesangskarriere zurück, eine Kombination, die sie auch nach ihrem Rückzug vom Schauspiel 1973 als globale Präsenz hielt.
- Ein bewusst französischer Star: Bardot lehnte jedes Hollywood-Angebot ab; ihr einziger nominell „amerikanischer" Film, Dear Brigitte (1965), wurde vollständig in Paris gedreht.
- Gleichermaßen verehrt und verachtet: Selbst auf dem Höhepunkt ihres Ruhms zog Bardot ebenso viel öffentliche Feindseligkeit, von Klerus, Kritikern und Teilen der Presse, wie Verehrung auf sich, eine Zwiespältigkeit, die Vincendeau auf ihre tabubrechende Darstellung weiblicher Sexualität in einem vorfeministischen Frankreich zurückführt, in dem Verhütung und Abtreibung noch verboten waren.
Gunter Sachs: Kunstsammler, Fotograf und Jetset-Ikone
Auf Empfehlung von Gunter Sachs begleitete Peter Bock-Schroeder die Dreharbeiten in Schottland und London, erfahren Sie hier mehr über Sachs’ fotografisches Erbe.
Gunter Sachs →Brigitte Bardot: FAQ
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Der Blick hinter den Mythos
Peter Bock-Schroeder porträtierte die Ikonen des Jetsets, von Gunter Sachs bis in die Kreise um Saint-Tropez. Das Archiv bewahrt diese Perspektive.
Archiv Bock-Schroeder