Eliette von Karajan: Biografie, Institut, Osterfestspiele in Salzburg

Eliette von Karajan (geb. Mouret) ist eine französische Malerin und Kunstmäzenin, sie ist die Witwe des Dirigenten Herbert von Karajan. Als Mitgründerin des Eliette und Herbert von Karajan Instituts und langjährige Ehrenpräsidentin der Salzburger Osterfestspiele prägt sie bis heute die institutionelle Fortführung seines künstlerischen Erbes. Dieser Artikel verbindet die belegte Faktenlage mit seltenen, unveröffentlichten Fotografien, die Peter Bock-Schroeder 1964 in Salzburg und Südfrankreich von ihr und Herbert von Karajan aufnahm.

Farbporträt von Eliette von Karajan, die eine große, weiße Fellmütze trägt und den Zeigefinger an die Unterlippe hält. Sie blickt direkt in die Kamera mit einem sanften, nachdenklichen Ausdruck.

Eliette von Karajan gilt als eine der faszinierendsten Stilikonen der Nachkriegszeit und verkörpert eine makellose, zeitlose Eleganz. Als Ehefrau des Star-Dirigenten Herbert von Karajan stand das ehemalige Mannequin und Fotomodell im Rampenlicht der internationalen Hochkultur.

Eliette von Karajan

Gallionsfigur der Haute Couture

Familienfoto Familie Karan zur Geburt von Arabel am 2. Januar 1964 in Samedan, Schweiz

Auf persönliche Einladung von Herbert und Eliette von Karajan fotografierte Peter Bock-Schroeder das erste Familienfoto mit der Neugeborenen Arabel und ihrer Schwester Isabel am 2. Januar 1964 in Samedan, Schweiz

Karajan Familienfoto

2. Januar 1964 in Samedan, Schweiz

Eine Schwarz-Weiß-Nahaufnahme von Eliette von Karajan, die mit geschlossenen Augen an einer Rose riecht und die Blume sanft an ihre Nase hält. Ihr blondes Haar fällt über ihre Schultern.

Über Jahrzehnte hinweg widmete sich Eliette von Karajan intensiv der Malerei. Ihre abstrakten und expressiven Werke blieben lange Zeit privat, bis 50 ihrer Gemälde 1982 von der Deutschen Grammophon als Cover-Motive für eine 50-teilige Jubiläumsausgabe der Berliner Philharmoniker verwendet wurden.

Engagement als Mäzenin

Schirmherrin der Salzburger Osterfestspiele

Wer ist Eliette von Karajan?

Eliette von Karajan wurde als Eliette Mouret in Mollans-sur-Ouvèze in Frankreich geboren. 1958 heiratete sie den Dirigenten Herbert von Karajan, dessen dritte und letzte Ehefrau sie wurde und mit dem sie bis zu seinem Tod 1989 verheiratet blieb. Über ihre Rolle als Witwe hinaus ist sie selbst als Malerin tätig und hat sich als Kunstmäzenin einen eigenen Namen gemacht, unter anderem als Ehrenpräsidentin der Salzburger Osterfestspiele und als Mitgründerin des Eliette und Herbert von Karajan Instituts.

Peter Bock-Schroeder begleitete das Paar 1964 sowohl in Salzburg als auch in Südfrankreich und hielt Eliette von Karajan in privaten, unveröffentlichten Aufnahmen fest, die bis heute exklusiv in der Sammlung Bock-Schroeder verwahrt werden.

Geboren
13. August 1939, Mollans-sur-Ouvèze
Anmerkung zum Geburtsjahr
In manchen Quellen 1932 bzw. 1931 genannt
Ehe
Herbert von Karajan, 1958–1989
Kinder
Isabel & Arabel Karajan
Beruf
Malerin, Kunstmäzenin
Rolle
Ehrenpräsidentin Salzburger Osterfestspiele
Vermächtnis
Eliette und Herbert von Karajan Institut
Letzte Auszeichnung
Goldener Johann Strauss (2023)

Eliette und Herbert von Karajan: Ehe und gemeinsame Jahre

Verbindung: Eliette & Herbert von Karajan · 1958–1989

Eliette und Herbert von Karajan heirateten 1958; die kirchliche Trauung folgte nach Salzburger Quellen am 12. August 1964. Aus der Ehe gingen die beiden Töchter Isabel und Arabel Karajan hervor. Anders als seine beiden vorangegangenen Ehen, mit Elmy Holgerloef und mit Anita Gütermann, hielt die dritte Ehe bis zu Herbert von Karajans Tod 1989 und prägte auch die letzten drei Jahrzehnte seines öffentlichen Lebens maßgeblich.

Im Sommer 1964 lud das Paar den Fotojournalisten Peter Bock-Schroeder privat nach Südfrankreich ein, wo dieser sie abseits des Konzertbetriebs in ungestellten, persönlichen Momenten fotografierte, ein seltenes Zeugnis ihres gemeinsamen Alltags.

„Peter Bock-Schroeder begleitete Eliette und Herbert von Karajan 1964 in Salzburg und Südfrankreich und hielt beide sowohl in formellen als auch in spontanen, privaten Momenten fest. Diese Bilder befinden sich exklusiv in der Sammlung Bock-Schroeder." — Bock-Schroeder Archiv

Biografie-Timeline: Eliette von Karajan in Schlüsseldaten


Malerin und Kunstmäzenin: das künstlerische Schaffen

Neben ihrer Rolle als Witwe und Nachlassverwalterin ist Eliette von Karajan selbst künstlerisch tätig. Sie malt, unter anderem Landschaften und Porträts, und hat ihre Arbeiten wiederholt öffentlich ausgestellt. Ihr Engagement für die bildende Kunst reicht dabei über die eigene Staffelei hinaus: Als Mäzenin unterstützt sie junge Kunstschaffende über mehrere von ihr initiierte Förderprogramme.

Einzelfakt: Der Prix Eliette von Karajan

Der von ihr gestiftete Kunstpreis würdigt zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler und wurde unter anderem an international renommierte Namen wie Damien Hirst und Rachel Whiteread verliehen, ein Beleg für ihr eigenständiges Engagement jenseits der musikalischen Welt ihres Mannes.


Das Eliette und Herbert von Karajan Institut

Verbindung: Institut & digitales Karajan-Archiv

Das mit Sitz in Salzburg gegründete Eliette und Herbert von Karajan Institut verwaltet den künstlerischen Nachlass des Dirigenten und betreibt ein digitales Archiv, das aktuell über 2.300 katalogisierte Aufnahmen aus mehr als 3.300 Konzerten mit über 130 Orchestern umfasst. Über die reine Archivierung hinaus positioniert sich das Institut zunehmend auch als Forschungseinrichtung an der Schnittstelle von klassischer Musik und Technologie, unter anderem in Kooperation mit dem MIT und Harvard.

Diese Ausrichtung gewinnt 2026 zusätzliche Aktualität: Regulatorische Debatten rund um den EU AI Act und die Frage, unter welchen Bedingungen umfangreiche Musikarchive für das Training von KI-Systemen lizenziert werden dürfen, betreffen mittelbar auch Sammlungen von der Bedeutung des Karajan-Archivs.


Ehrenpräsidentschaft der Salzburger Osterfestspiele

Die 1967 von Herbert von Karajan gegründeten Salzburger Osterfestspiele zählen bis heute zu den bedeutendsten Festivals der klassischen Musikwelt. Eliette von Karajan bekleidete über viele Jahre die Ehrenpräsidentschaft des Festivals und war damit eng in dessen ideelle Fortführung eingebunden, auch als operative Verantwortlichkeiten zunehmend an eine jüngere Generation übergingen.


Prix Eliette von Karajan & Kulturfonds Graubünden

Über den Prix Eliette von Karajan hinaus stiftete sie 2001 den Eliette-von-Karajan-Kulturfonds im Schweizer Kanton Graubünden, der junge Kunstschaffende der Region fördert und unter anderem mit dem Musikfestival Davos verbunden ist.

Ausgewählte Förderaktivitäten

1995Prix Eliette von Karajan an Damien Hirst
Früher Preisträger des von ihr gestifteten Kunstpreises.
1996Prix Eliette von Karajan an Rachel Whiteread
Auszeichnung einer international renommierten Bildhauerin.
2001Gründung Eliette-von-Karajan-Kulturfonds
Förderung junger Kunstschaffender im Kanton Graubünden, in Verbindung mit dem Musikfestival Davos.

Erbe, Rechte und Vermögen

Die Verwertungsrechte an Herbert von Karajans umfangreicher Diskografie, überwiegend bei der Deutschen Grammophon entstanden, werden im Rahmen der Nachlassverwaltung professionell gemanagt und bleiben, auch dank fortlaufender Neuveröffentlichungen und Remasterings, kommerziell relevant. Öffentlich verifizierte Zahlen zum persönlichen Vermögen Eliette von Karajans existieren nicht; die Schweizer Wirtschaftszeitschrift Bilanz führte sie 2022 in ihrer Rangliste der 300 reichsten in der Schweiz lebenden Personen.

Aktuelle Rechtsfrage 2026: KI-Trainingsdaten

Mit dem schrittweisen Inkrafttreten des EU AI Act rückt die Frage in den Vordergrund, unter welchen Lizenzbedingungen historische Musikarchive für das Training generativer KI-Systeme genutzt werden dürfen, eine Entwicklung, die auch für die Verwaltung des Karajan-Nachlasses zunehmend relevant wird.


Eliette von Karajans Familie und aktueller Status (2026)

Eliette von Karajan lebt Berichten zufolge weiterhin im Raum Salzburg/Anif, wobei einzelne Quellen auch Saint-Tropez oder St. Moritz als Wohnort nennen. Die gemeinsamen Töchter, Isabel Karajan (Schauspielerin und Springreiterin) und Arabel Karajan (Musikerin), halten sich weitgehend aus der öffentlichen Debatte um das Erbe ihres Vaters heraus, übernehmen aber zunehmend Verantwortung bei dessen Verwaltung.

Zuletzt öffentlich in Erscheinung getreten ist Eliette von Karajan 2023 bei der Verleihung des Goldenen Johann Strauss, den ihre Tochter Arabel aus gesundheitlichen Gründen stellvertretend entgegennahm, ein Hinweis darauf, dass verlässliche aktuelle Angaben zu ihrem Gesundheitszustand online derzeit rar sind. Für vereinzelt kursierende Gerüchte über einen angeblichen Unfall gibt es keine belastbare Quelle.

Der Jahrhundert-Dirigent

Herbert von Karajan

Die Karajan-Porträts des deutschen Fotojournalisten Peter Bock-Schroeder (1913–2001) gehören zu den persönlichsten Dokumenten im visuellen Nachlass des Maestro. Anders als die durchgestylten, hochglanzpolierten Werbefotos, die Karajan für Plattenhüllen und Promo-Materialien bevorzugte, fangen Bock-Schroeders Aufnahmen den Dirigenten aus einem selteneren, intimeren Blickwinkel ein.

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Peter Bock-Schroeder: Fotojournalist und Chronist des Jetsets

Der Blick hinter den Mythos

Peter Bock-Schroeder porträtierte die Ikonen des 20. Jahrhunderts, von Eliette und Herbert von Karajan bis in die Kreise um Saint-Tropez. Das Archiv bewahrt diese Perspektive.

Archiv Bock-Schroeder

Eliette von Karajan: FAQ

Die meistgesuchten Fragen zu Eliette von Karajan, präzise beantwortet.

Eliette von Karajan (geb. Mouret) ist eine französische Malerin und Kunstmäzenin sowie die dritte und letzte Ehefrau des Dirigenten Herbert von Karajan, mit dem sie von 1958 bis zu dessen Tod 1989 verheiratet war. Sie ist Mitgründerin des Eliette und Herbert von Karajan Instituts und langjährige Ehrenpräsidentin der Salzburger Osterfestspiele.

Ihr Geburtsjahr wird in Quellen unterschiedlich angegeben: Die deutsche Wikipedia nennt den 13. August 1939, andere Quellen, unter anderem die englische Wikipedia und Wikidata, nennen 1932 beziehungsweise 1931. Eine öffentlich einheitlich bestätigte Angabe existiert bislang nicht.

Berichten zufolge weiterhin im Raum Salzburg/Anif, zeitweise werden auch Saint-Tropez und St. Moritz als Wohnorte genannt. Die Angaben unterscheiden sich je nach Quelle und Zeitpunkt der Berichterstattung.

Isabel Karajan ist Schauspielerin und Springreiterin, Arabel Karajan ist Musikerin. Beide halten sich weitgehend aus der öffentlichen Debatte um das Vermächtnis ihres Vaters heraus, begleiten aber zunehmend auch die Aufsicht über das familiäre Erbe.

Dreimal: mit Elmy Holgerloef, mit Anita Gütermann und ab 1958 mit Eliette Mouret, seiner dritten und letzten Ehefrau, mit der er bis zu seinem Tod 1989 verheiratet blieb.

Ja. Zuletzt öffentlich sichtbar war sie 2023 bei der Verleihung des Goldenen Johann Strauss, den ihre Tochter Arabel aus gesundheitlichen Gründen stellvertretend entgegennahm. Für vereinzelt online kursierende Gerüchte über einen angeblichen Unfall gibt es keine belastbare Quelle.

Konkrete, öffentlich verifizierte Zahlen zu ihrem persönlichen Vermögen gibt es nicht. Die Schweizer Wirtschaftszeitschrift Bilanz führte sie 2022 in ihrer Rangliste der 300 reichsten in der Schweiz lebenden Personen, ohne eine exakte Summe zu nennen.

Das mit Sitz in Salzburg gegründete Institut verwaltet Nachlass und digitales Archiv des Dirigenten (über 2.300 katalogisierte Aufnahmen aus mehr als 3.300 Konzerten) und kooperiert unter anderem mit dem MIT und Harvard an neuen Musiktechnologien.

2023 wurde ihr der Goldene Johann Strauss der Wiener Johann Strauss-Gesellschaft verliehen; aus gesundheitlichen Gründen nahm ihre Tochter Arabel die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Der Fotojournalist Peter Bock-Schroeder begleitete Eliette und Herbert von Karajan 1964 in Salzburg sowie in Südfrankreich und hielt beide sowohl in formellen als auch in privaten, spontanen Momenten fest.

Quellen & weiterführende Informationen

Deutsche Wikipedia („Eliette von Karajan"); SALZBURGWIKI; Medienmitteilung des Kantons Graubünden zum Eliette-von-Karajan-Kulturfonds (2001); Ullstein Verlag, Autobiografie „Mein Leben an seiner Seite" (2016); Bilanz, „Die 300 Reichsten der Schweiz" (2022); Bock-Schroeder-Archiv.

Redaktioneller Hinweis: Alle Datumsangaben in diesem Artikel basieren auf triangulierten Quellen (Wikipedia DE/EN, Wikidata, SALZBURGWIKI, Eliette und Herbert von Karajan Institut, Bilanz, Bock-Schroeder-Archiv). Das Geburtsjahr Eliette von Karajans wird in öffentlichen Quellen uneinheitlich angegeben (1939/1932/1931); dieser Artikel nennt transparent alle kursierenden Angaben, statt eine davon unkommentiert als gesichert darzustellen. Letzte Aktualisierung: September 2026.


Rolleiflex Kamera

Über den Autor: Jans Bock-Schroeder

Jans Bock-Schroeder verwaltet das fotografische Archiv seines Vaters Peter Bock-Schroeder und veröffentlicht regelmäßig historisch recherchierte Porträts von Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, von Herbert und Eliette von Karajan, Gunter Sachs bis Brigitte Bardot, auf Basis von Originalmaterial, Familienarchiv und triangulierten Quellen.

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